Newsletter Ausgabe 15

teaserDer Weg zu einer neuen Stadtkirche für Großröhrsdorf nimmt sichtbar Gestalt an: Am 12. März wurden erstmals die Siegerentwürfe des Architektenwettbewerbs der Öffentlichkeit vorgestellt – und stießen auf außergewöhnlich großes Interesse. 

Über 300 Besucher kamen zum mittlerweile siebten Gemeindeabend in die bis auf den letzten Platz gefüllte Festhalle. Jens Großmann als Vorsitzender des Kirchenvorstandes, Josias Kaiser und Isabel Reim vom Perspektivteam erläuterten den Weg des Wettbewerbs – von der Vorbereitung über die Auswahl der teilnehmenden Architekturbüros bis zur Entscheidung des Preisgerichts.

 

So soll unsere neue Stadtkirche aussehen:

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Vertreter des Dresdner Architekturbüros code unique Architekten, dessen Entwurf den Wettbewerb gewann, waren ebenfalls anwesend und gaben Einblick in ihre Ideen und Überlegungen. Viele Gäste nutzten anschließend die Gelegenheit, die Modelle und Pläne aus nächster Nähe zu betrachten und miteinander ins Gespräch zu kommen.

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Der Siegerentwurf für die neue Stadtkirche knüpft behutsam an die Brandruine des alten Gebäudes an und erhält die wunderbare Silhouette bei. Der Turm wird, wie vielfach gewünscht, als markantes und weithin sichtbares Wahrzeichen wieder aufgebaut. Der Innenraum dagegen wird neu aufgeteilt und gestaltet. Er soll bis zu 300 Menschen Platz bieten und gleichzeitig an kleinere Raumanforderungen flexibel angepasst werden können. Hinter der Orgel wird es einen eigenen Bereich für Kinder geben. Auf der Südseite der neuen Stadtkirche ist ein Kirchencafé und eine breite Wandöffnung geplant, die den Weg eröffnet in einen sogenannten Begegnungsgarten im Grünen – als Ort der Begegnung zwischen den Menschen und zu Gott, an Sonntagen und an jedem anderen Tag.

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Zum Siegerentwurf sagte der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Jens Großmann:
Der ausgewählte Entwurf hat uns besonders überzeugt, weil er die Geschichte und Architektur unsere alten Stadtkirche aufnimmt und im Inneren mit modernen Elementen den Anforderungen unserer Zeit entspricht. Wir sehen darin eine große Chance für einen neuen und starken Mittelpunkt unseres Gemeindelebens und unseres Glaubens. Damit bauen wir eine Kirche für die Menschen im 21. Jahrhundert.

Der Architektenwettbewerb war das Ergebnis eines umfangreichen Planungsprozesses unter Federführung des Büros Schubert + Horst Architekten aus Dresden. Rund 25 Büros hatten daran zunächst Interesse signalisiert. In Abstimmung mit dem Reginal- und dem Landeskirchenamt wurden 15 Architekturbüros aus ganz Deutschland ausgewählt und zur Teilnahme eingeladen – allesamt erfahren mit sakralen Bauwerken.

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Das Preisgericht bestand aus 26 Personen und setzte sich aus drei Gruppen zusammen: stimmberechtigten Fachpreisrichtern (unabhängige Architekten und Professoren), stimmberechtigten Sachpreisrichtern aus dem Bereich Kirche und Gemeinde (u.a. unser Superintendent sowie Vertreter des Kirchenvorstandes und des Perspektivteams) sowie sachverständigen Beratern aus Wirtschaft, Recht, Kommune und Landeskirche. Es tagte am 10. und 11. März und beschäftigte sich intensiv mit den 14 eingereichten Modellen, Plänen und Entwürfen. Diese wurden von den Architekten und Planern über drei Monate akribisch erarbeitet und zeigen eine breite Vielfalt an Ideen – von sehr rekonstruktiv bis hin zu sehr modern. Am Ende eines mehrstufigen Bewertungsverfahrens stand der Siegerentwurf des Dresdner Architekturbüros code unique Architekten.

entwurf querrschnittWer sich selbst ein Bild von den unterschiedlichen architektonischen Ideen machen möchte, hat dazu ab kommenden Montag die Gelegenheit: Alle eingereichten Wettbewerbsarbeiten werden vom 16. bis 21. März 2026 in der Festhalle Großröhrsdorf (Am Festplatz 1, 01900 Großröhrsdorf) öffentlich ausgestellt: Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 17 Uhr.

Für unsere Kirchgemeinde beginnt nun der nächste wichtige Schritt: Mit dem erstplatzierten Büro werden zeitnah Vertragsverhandlungen über die weitere Planung geführt. Darauf folgen Entwurfs- und Genehmigungsplanungen. Nach Erteilung der Baugenehmigung können dann Ausführungsplanung, Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen beginnen, so dass der Bau bestenfalls Ende 2027 / Anfang 2028 starten könnte. All dies erfolgt weiterhin in enger Abstimmung und Begleitung durch das Regionalkirchenamt und das Landeskirchenamt.

An dieser Stelle wollen wir nicht nur hoffungsvoll nach vorn schauen, sondern auch dankbar zurück. Über 550.000 Euro wurden bereits für den Neubau unserer Stadtkirche gespendet – darunter sehr viele kleinere Spenden aus der Region, aber auch großzügige Unterstützungen von Unternehmen und sogar aus dem Ausland. Dazu kommen zahlreiche Sachspenden und unzählige weitere Hilfsangebote. All dies zeigt, dass die Menschen im Rödertal und darüber hinaus wieder ein sichtbares Zeichen des Glaubens im Ort wünschen und den Wiederaufbau gern auf vielfältige Weise unterstützen.

Jens Großmann dankte allen Beteiligten ganz herzlich für die bisherige Hilfe:
Wir sind sehr dankbar für die große Unterstützung, die wir in den vergangenen Jahren erfahren haben – durch unzählige Spenden, ehrenamtliches Engagement und viel Ermutigung aus der Bevölkerung und darüber hinaus. Das trägt uns und prägt uns. Das gibt uns Kraft bei der Jahrhundertaufgabe, eine neue Kirche für Großröhrsdorf zu bauen.

Mit Blick auf die Entwicklung der Gemeinde wurde auch deutlich, dass der Kirchenneubau über ein reines Bauprojekt hinausgeht, wie Jens Großmann festhielt:
Wir erleben gerade, wie etwas in unserer Gemeinde wächst – sichtbar zum Beispiel im Zusammenhalt und im Engagement. Viele Menschen bringen sich mit Ideen, Zeit und Unterstützung ein. Das macht Mut für den weiteren Weg und zeigt, dass wir nicht nur ein Gebäude bauen, sondern auch Gemeinde bauen.

Seit dem Brand unserer Stadtkirche begleitet ein breit angelegter Beteiligungsprozess den Weg zum Neubau. Eine große Umfrage mit fast 700 Teilnehmern, mehrere Gemeindeabende, gemeinsame Exkursionen zu modernen Kirchenbauten sowie unzählige Gespräche und Diskussionen haben viele Menschen einbezogen und zeigen das große Interesse am weiteren Prozess. Unsere Kirchgemeinde blickt deshalb erwartungsvoll, dankbar und zuversichtlich nach vorn.

(Fotos: Johannes Hartmann und Tom Stenker, Text: Josua Littig)

 Wir bauen zusammen wieder auf! Sie können die Arbeit der Kirchgemeinde gern weiterhin mit Spenden unterstützen.