Newsletter Ausgabe 16

Banner Kirchenruine Band der LiebeBlütenbotschaft in Handarbeit

Seit Mitte April dieses Jahres prangt ein neues, riesengroßes Banner an unserer Kirchenruine. Darauf zu sehen ist der uns lieb gewordene Spruch aus dem Kolosserbrief.

Umrahmt werden die Worte durch ein scheinbar fliegendes Band bestehend aus 2.500 selbstgehäkelten, weinroten Blüten! Ein Zeichen für den unerschöpflichen Willen, der Zerstörung Wachstum und Zusammenhalt entgegenzustellen – in dem Fall in schönster und feinster Handarbeit.

Mut machen, hat so viele Gesichter! Danke an die Ideengeberinnen, die uns auch schon bekannte Pilgerin Kerstin Boden und die Initiative „Kamenzer Strickliesel“, in der Frauen aus ganz Deutschland mitwirken und die wunderschönen und vor allem auch wetterfesten Blüten häkelten.

Doch braucht es auch technisches Know-how für ein solches Großprojekt und das hat die Kamenzer Firma „Sachsen Fahnen“. Das Unternehmen übernahm zur Hälfte die Finanzierung des Stoffes, den Aufdruck sowie die professionelle Zusammensetzung des Banners mit Ösen und Aufhängungen. Herzlichen Dank dafür.

Die uniform gewählte Blütenfarbe ist gewollt. Entstanden aus der Verbindung zur antiken Gemeinde Kolossä, deren Textilindustrie einen einzigartigen, vermutlich dunkelroten Farbton – genannt „colossinum“ – hervorbrachte, wurde sie auserkoren als Projektfarbe für den Planungsprozess für den Aufbau unserer neuen Kirche.

Blueten kleben 1Blueten kleben 2

Foto 1: Strickliesl - Die Frauen beim Kleben der Blüten. Handarbeit pur.
Foto 2: Matthias Schumann

 

Lesen Sie hierzu gerne auf unsere Homepage die Ausgabe 13 des Newsletters.

Schon kurz nach dem Brand im Herbst 2023 brachten Kerstin Boden und die Frauen von Strickliesl uns ein Symbol der Verbundenheit und der gemeinsamen Stärke in Form des Hoffnungsbanner, bestehend aus 3000 bunten Blüten. Jetzt nach der Winterpause kann es wieder an gewohnter Stelle am Bauzaun bewundert werden.

Auf die Plätze, fertig, los: Gemeinsame Planungen

Architekturbuero CODE UNIQUE

Foto: Pierre Scherwing

Das Band der Liebe beschäftigte auch das Architekturbüro CODE UNIQUE aus Dresden: Wie kann die Grundidee unserer menschlichen Gemeinschaft verbunden mit Gott baulich manifestiert werden. Der Innenraum im Entwurf des Gewinnerbüros unseres Architekten-Wettbewerbs ist weit gefasst, strahlt und lässt der jeweils eigenen Interpretation dazu Raum.

Der Kirchenvorstand unserer Gemeinde hat den weiteren Verlauf nun mit viel Kraft und Unterstützung gestartet und hält das Tempo hoch. Der Vertrag mit CODE UNIQUE Architekten GmbH wurde am 17. April unterzeichnet, unsererseits durch den amtierenden Pfarramtsleiter Pfarrer Tobias Schwarzenberg und den Vorsitzenden des Kirchenvorstands Jens Großmann. Durch die Unterschriften der zuständigen Baupflegerin des Regionalkirchenamts Anke Gatter und dessen Leiter Jörg am Rhein ist der Vertrag in Kraft und gibt uns als Kirchgemeinde Rechtssicherheit.

Schon am 6. Mai fand das sogenannte Kickoff statt, die erste Bauberatung mit dem Architektenbüro CODE UNIQUE, allen Fachplanern und der Kirchgemeinde als Bauherrenvertretung.

Vom Entwurf zur neuen Kirche – Leistungsphasen und Fachplaner

Was bedeutet das alles denn genau? Was muss geplant werden? Und wie lange? Die leisen Fragen aller Interessierten sind deutlich hörbar.

Kirchenentwurf

Foto: Johannes Hartmann

Mit der Wettbewerbsarbeit des Preisträgers des Architektenwettbewerbs für die Kirche und die Außenanlagen haben wir eine gute Aufgabenstellung für jede einzelne Planungsphase. Vom Entwurf über die Genehmigungsplanung und die Ausführungsplanung, wird uns das dann tatsächlich zum Bau der neuen Kirche führen.

Innerhalb der Kirchgemeinde als Bauherrin laufen im ganzen Prozess intensive Diskussionen im Kirchenvorstand, im Perspektivteam, in der Steuerungsgruppe und im Bauausschuss. Immer unterstützt und beraten durch die Baupfleger des Regionalkirchenamts, dem Landesamt für Denkmalschutz nebst Vertretern der Archäologie und dem Bauaufsichtsamt. Offene Fragen werden fallführend durch die Steuerungsgruppe zur Diskussion gestellt.

Derzeit arbeitet die Kirchgemeinde mit acht Fachplanungsbüros aus Dresden und der näheren Umgebung für folgende Bereiche zusammen: Tragwerksplanung, Elektroplanung, Heizung-Lüftung-Sanitär-Planung, Bauklimatik, Brandschutzplanung, Bau- und Raumakustik, Baugrund und Freiflächenplanung. Letzterer ist der Wettbewerbssieger für die Außengestaltung.

Diese Planer, die Architekten und die Kirchgemeinde treffen sich im 14-tägigem Rhythmus zur Bauberatung. Die bisherige Zusammenarbeit gestaltet sich offen, mit lösungsorientierten Diskussionen. Der Bauherrin fühlt sich gut aufgehoben, ihre Wünsche werden respektvoll und sinnvoll in die Planungen eingebunden. Herzlichen Dank dafür.

Basis für die Gestaltung der vertraglichen Bindungen mit dem Planer ist die sogenannte Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Hier sind insgesamt neun Leistungsphasen für die Planung und die bauliche Umsetzung eines Projektes festgeschrieben, inklusive Vorgaben für die Honorare, die den Planern in den jeweiligen Leistungsphase zustehen.

Kirchenentwurf innen

Folgende Leistungsphasen sind festgelegt:

LPH 1: Grundlagenermittlung
LPH 2: Vorplanung
LPH 3: Entwurfsplanung
LPH 4: Genehmigungsplanung
LPH 5: Ausführungsplanung
LPH 6: Vorbereitung der Vergabe
LPH 7: Mitwirkung bei der Vergabe
LPH 8: Objektüberwachung – Bauüberwachung und Dokumentation
LPH 9: Objektbetreuung

 

Die einzelnen Leistungsphasen enthalten eine klare Beschreibung der zu erbringenden Leistungen durch die Architekten, Fachplaner und die Bauherrin. Für die technische, gestalterische und wirtschaftlich Umsetzung der Vorgaben sind dann im Wesentlichen die Planer verantwortlich. Derzeit befinden wir uns in der Leistungsphase 2, welche beispielsweise die Analyse der Planungsgrundlagen, Entwurfsvarianten für Planungsbereiche und auch schon Vorverhandlungen über die Genehmigungsfähigkeit umfasst.

Mit jeder Planungsphase werden die Pläne konkreter. Das aktuelle, gemeinsame Ziel heißt: Alle Planungen bis einschließlich Genehmigungsplanung (LPH 4) bis zum Jahresende 2026 abzuschließen.

Nach Erteilung der Baugenehmigung können die Leistungsphasen ab LPH 5 beginnen. Dafür werden wir als Kirchgemeinde wieder Fachplaner neu beauftragen, denn nicht zwingend müssen für alle Leistungsphasen immer die gleichen Partner beauftragt werden.

Abschließend ein interessantes Beispiel für gute Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten:

Damit die Statiker das Fundament der neuen Kirche berechnen können, braucht es Baugrunduntersuchungen. Je nach dem, was sich dort findet (Lehm, Fels, etc.), ändern sich damit die Parameter zur Berechnung. Das Büro für Geotechnik unternahm dafür im Mai 2026 Grabungen im Innen- und Außenbereich bis zu einer Tiefe von 1,50 m.

Im Vorfeld der Aktion stimmten sich Statiker und Geotechniker über die Lage der notwendigen Schürfen im Innenraum ab. Mit dem Landesamt für Archäologie wurde die Vorgehensweise abgestimmt – auch wie mit Knochenteilen verfahren werden sollte, auf die im unwahrscheinlichen, aber nicht unmöglichen Fall gestoßen werden könnte.

Ganz im Sinne der Blüten, die Hoffnung auf Zukunft verheißen, ist der Spruch aus dem Kolosserbrief eine gute Grundlage für das Miteinander – ob in der Familie, im Beruf, in einer Stadt oder in einer ganzen Kirchgemeinde.

Spruch Band der Liebe

Text: Sandy Schneider / Jörg Boden

Wir bauen zusammen wieder auf! Sie können die Arbeit der Kirchgemeinde gern weiterhin mit Spenden unterstützen.